| 6-Zylinder: Der Schweinachtsmann, 26. November |
Doch die schlauen Weihnachtsmänner wissen Rat und engagieren kurzerhand ein Schwein als Aushilfe. Ein Rentier lernt seinen vierbeinigen Kollegen an und ab geht die Weihnachtspost. Durch enge Kamine in weihnachtliche geschmückte Zimmer zu weihnachtlich gestimmten Kindern mit einem Schwein, das die Weihnachts-Konventionen nicht kennt, und das am liebsten die Plätzchen selber futtern möchte… Skurril allein schon die Idee, die Jörg Hilbert zu seiner Geschichte vom Schweinachtsmann geformt hat.
Aber die Interpretation der Münsteraner A-cappella-Truppe 6-Zylinder setzte ihr das berühmte Sahnehäubchen auf - oder sollte man in diesem Fall besser vom der Christbaumspitze sprechen?
Dass die 6-Zylinder am Samstag nur zu fünft auftraten, weil ein Sänger wegen Krankheit verhindert war, bemerkten die großen und kleinen Kinder im ausverkauften Bürgerforum nicht, wo sie auf Einladung des Kunst- und Kulturvereins den „Schweinachtsmann“ vortrugen. Exakt, auf den Punkt gebrachter mehrstimmiger Gesang in fast-Studio-Qualität schmeichelte die Ohren, die flotten Melodien und Lieder und die Reime taten ein Übriges.
Bekanntermaßen isst das Auge mit und so gab’s nicht nur `was für die Ohren, auch die Augen hatten ihren Spaß. Herrlich das schmatzend-grunzende Schwein mit Rauschebart im übergroßen Weihnachtsmannmantel (mit angenähtem Ringelschwänzchen!) und das Rentier, ein jung-dynamisches Renntier mit Schlitten und ebensolchen flotten Sprüchen.
Insgesamt ein amüsanter Nachmittag im verschneiten Ascheberg, der trotz seiner schrägen Geschichte adventliche Vorfreude aufkommen ließ - oder vielleicht gerade deshalb?
Wolfgang Gumprich (Ruhr Nachrichten)